Einmaliges Ensemble in idyllischer Lage

Kloster und Schloss Bebenhausen

Ort der Versammlung

Der Kapitelsaal

Nach der Klosterkirche war der Kapitelsaal der zweitwichtigste Raum im Kloster. Hier versammelte sich der gesamte Konvent täglich zum Verlesen einzelner Kapitel aus der Ordensregel. Hier wurde den Toten gedacht, die Arbeiten verteilt und über Verfehlungen der Mönche geurteilt.

Blick von Westen in die Johanneskapelle im Kapitelsaal von Kloster und Schloss Bebenhausen; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Ein Kapitelsaal war dringend erforderlich.

Dringliche Bauaufgabe

Wegen der Bedeutung des Kapitelsaals für das Leben im Kloster war der Bau dieses östlichen Kreuzgangflügels die – nach der Kirche – dringlichste Bauaufgabe. 1217 war der Dachstuhl errichtet, 1228 der Kapitelsaal vollendet – im gleichen Jahr, in dem auch die Kirche geweiht wurde. Die kleine Johanneskapelle im Nordosten des Saales war früher fertig: Der Johannesaltar konnte schon 1224 geweiht werden.

Kapitell im Kapitelsaal von Kloster und Schloss Bebenhausen; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Zugleich ein Ort für verbotene Bestattungen.

Begräbnisstätte für Äbte und Stifter

Der Kapitelsaal war der herausgehobene Bestattungsort für die Äbte des Klosters. Sieben mittelalterliche Grabplatten sieht man heute noch im Fußboden, zum Teil mit figürlichen Darstellungen. Eigentlich verboten die Ordensregeln, nicht zum Konvent gehörige Personen hier zu bestatten. In Bebenhausen wich man gleich zu Beginn davon ab. So wurden etwa der Stifter der Abtei, Pfalzgraf Rudolf I. von Tübingen, seine Frau Mechthild und etliche seiner Familienmitglieder im Kapitelsaal beigesetzt.

Gewölbe im Kapitelsaal im Kloster und Schloss Bebenhausen; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Würrtemberg, Angela Hammer

Die schweren Rippengewölbe gehören zu den ältesten der Region.

Früheste Gotik

Der quadratische Kapitelsaal ist in drei mal drei Joche unterteilt. Die schweren Kreuzrippengewölbe lasten auf vier gedrungenen Rundpfeilern. Stützen und Gewölbe wurden erst nach der Fertigstellung des Außenbaus eingezogen. Bei aller spätromanischen Schwerfälligkeit der Architektur: Die Rippengewölbe zählen zu den frühesten Beispielen in dieser Region. Sie lassen sich mit Vorbildern in der nordfranzösischen und burgundischen Zisterzienserarchitektur verbinden.

Säule mit Kapitell von Kloster und Schloss Bebenhausen; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Das Gewölbe wurde erst 1528 ausgemalt.

Blumen und die Passion Christi

Erst 1528 erhielten die Gewölbe des Kapitelsaales ihre heute sichtbare farbige Ausmalung. Die dekorativen Blumen und die Darstellungen der Leidenswerkzeuge Christi entstanden unter der Regentschaft des letzten katholischen Abtes Johann von Fridingen. Im 19. Jahrhundert wurden sie aufgefrischt, als König Karl I. von Württemberg in Kloster Bebenhausen vieles umbauen und erneuern ließ.

Im 19. Jahrhundert wurde die Ausmalung erneuert.

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