Blick auf Ortschaft Bebenhausen mit Kloster und Schloss

Wie eine grosse Familie

Die Klosterlandschaft

Durch Schenkungen und Landkauf konnte Kloster Bebenhausen im Laufe der Jahrhunderte ein nahezu geschlossenes Gebiet erwerben. Diese Ländereien waren der Grundstock für den wirtschaftlichen Wohlstand der Abtei.

Detailansicht Karte Grundbesitz von Kloster Bebenhausen; Foto: Stephan Kohls

Grundstücke gingen als Geschenk an die Abtei.

Zisterzienser als Agrarunternehmer

Was Pfalzgraf Rudolf I. von Tübingen und andere Stifter dem Kloster an Grundeigentum übergeben hatten, sollte dem Unterhalt und der Selbstversorgung der Abtei dienen. So heißt es 1199 in den Ordensstatuten der Zisterzienser: „Die Mönche unseres Ordens müssen von ihrer Hände Arbeit leben. Zur Bewirtschaftung unserer Besitzungen legen wir Höfe an, die von den Laienbrüdern verwaltet werden.“ Ackerbau, Viehzucht und Weinherstellung gehörten daher zu den ganz unmittelbaren Tätigkeiten eines Klosters.

Kloster Bebenhausen von außen, Vierungsturm im Dunst

Der Grundbesitz des Klosters vergrößert sich.

Aufbau eines Grossbetriebes

In einer ersten Phase ging es in Bebenhausen wie in allen Klöstern darum, ein Netz von großen Hofgütern einzurichten, sogenannte Grangien. Sie lagen etwa in Echterdingen, Weil im Schönbuch, Lustnau oder in Geisnang, dem heutigen Ludwigsburg. Durch geschickte Zukäufe und durch das Abstoßen von weit entfernten Besitzungen bildete sich im Laufe der Zeit ein geschlossenes Klosterterritorium heraus. Der Grundbesitz des Klosters erstreckte sich vor allem auf den mittleren Neckarraum und die Gäulandschaften.

Detailansicht Kloster Bebenhausen; Foto: Stephan Kohls

Die Mönche betrieben regen Agrarhandel.

Stadthöfe und Direktvermarktung

Weil die Zisterzienser gute Landwirte waren, produzierten sie schnell mehr, als sie selbst im Kloster brauchten. Die Mönche von Bebenhausen wurden daher in Agrarhandel aktiv. Dafür gründete die Abtei Geschäftsniederlassungen in wichtigen Städten. Solche Stadthöfe befanden sich bald in Esslingen, Markgröningen, Reutlingen, Stuttgart, Tübingen oder Ulm. Sie verfügten über Lagerräume für die Handelsgüter der Klöster: Getreide, Wolle, Salz und Wein.

Kreuzgang von innen im Kloster Bebenhausen

Im späten Mittelalter ersetzen Bauern die Mönche.

Umstrukturierungen im späten Mittelalter

Im späten Mittelalter gab es immer weniger Laienmönche. Die aber brauchte ein Kloster wie Bebenhausen zur Bewirtschaftung des Grundbesitzes. Zunehmend ersetzte man sie durch Bauern, denen das Land gegen Abgaben und Fronleistungen verpachtet wurde. Gleichzeitig erwarb das Kloster Herrschafts- und Gerichtsrechte über ganze Dörfer oder den Besitz von umliegenden Kirchen und Kapellen. Deren Einkünfte schufen den Wohlstand, der Bebenhausen zur reichsten Abtei Württembergs machte.

Blick aus dem Sommerrefektorium in das Brunnenhaus von Kloster Bebenhausen

Bebenhausen wird reichste Abtei Württembergs.

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