Einmaliges Ensemble in idyllischer Lage

Kloster und Schloss Bebenhausen

Strenger Schulalltag

Disziplin in der

Klosterschule

Die Delicta alumnorum, lateinisch für „Vergehen der Schüler“, füllen ganze Listen. Sie stammen aus der Zeit, als Bebenhausen eine evangelische Klosterschule war. Was die späteren württembergischen Pfarrer anstellten, erweist sich gelegentlich als mehr als nur ein simpler Schülerstreich.

Besucher im Kreuzgang-Südflügel von Kloster Bebenhausen; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Niels Schubert

Deutsch zu sprechen war nicht erlaubt.

Strenge Regeln

Eine Durchsicht des Strafregisters zeigt, dass die Kinder damals ähnlichen Unsinn trieben wie zu allen Zeiten, lediglich die Bezeichnung für Unterrichtsstörungen lautet altertümlich „Allotria“. Klettern in den Felsen zog pädagogische Maßnahmen nach sich – ebenso wie Schneeballschlachten im Winter. Immer wieder gab es Strafen für eine unleserliche Handschrift. Heute kaum vorstellbar: Das Reden in deutscher Sprache war nicht erlaubt. Die Sprache in der Klosterschule war ausschließlich Latein!

Parlatorium im Kloster Bebenhausen; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Vor Hunger stahlen die Schüler sogar Gänse.

Mehr als Kinderkram

Ein Hinweis auf die eher magere Ernährung in der Klosterschule mag sein, dass offenbar nicht nur Obst stibitzt wurde, sondern sogar – ganze Gänse. Unter Strafe stand es, wenn die Schüler sich der Eitelkeit hingaben und statt der dunklen Uniform eine Neigung zum Kleiderluxus zeigten. Verboten war außerdem, Kaffee zu kochen und Tabak zu rauchen. Und natürlich gehörten Zechgelage und Trunkenheit in der Klosterschule keineswegs zu den Verhaltensweisen, die die Schulleitung dulden konnte.

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