Einmaliges Ensemble in idyllischer Lage

Kloster und Schloss Bebenhausen

Demokratischer Neubeginn im Kloster

Der Landtag in

Bebenhausen

Nach 1945 begann in den Besatzungszonen auch der politische Wiederaufbau. Im Südwestdeutschland geschah dies unter anderem durch den Landtag von Württemberg-Hohenzollern. Von 1946 bis zu seiner Auflösung 1952 tagte er im Kloster von Bebenhausen.

Karte von Südwestdeutschland 1945 bis 1952; Scan: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Urheber unbekannt

Die verschiedenen Besatzungszonen.

Politische Voraussetzungen

Das heutige Land Baden-Württemberg war nach dem Kriegsende 1945 aufgeteilt in eine amerikanische und in eine französische Besatzungszone. Frankreich verwaltete die Gebiete (Süd-)Baden und Württemberg-Hohenzollern. Zum Letzteren gehörten 15 württembergische Kreise, die ehemaligen hohenzollerischen Lande sowie das heute bayerische Lindau. Der Sitz der französischen Militärregierung lag in Tübingen.

Vereidigung der Regierung Württemberg-Hohenzollern im Kloster und Schloss Bebenhausen, 1947; Scan: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg

1946 wurde eine Landesversammlung gewählt.

Ein Mann der ersten Stunde

Im Oktober 1945 wurde der Politiker Carlo Schmid mit der Bildung einer Regierung beauftragt. Nach der Wiederzulassung der politischen Parteien konnte am 17. November 1946 eine beratende Landesversammlung gewählt werden. Wenige Tage danach kamen die 65 Abgeordneten zum ersten Mal in Bebenhausen zusammen. Ihre Hauptaufgabe war die Ausarbeitung einer neuen Verfassung. Mit der Volksabstimmung über das Grundgesetz des Landes Württemberg-Hohenzollern am 18. Mai 1947 fand zugleich auch die erste Landtagswahl statt.

Parlamentarier im Plenarsaal des Winterrefektoriums im Kloster Bebenhausen; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Stephan Kohls

Nach 1945 wird das Kloster zum Landtag.

Der Landtag

Nach dieser ersten freien Parlamentswahl nach dem Zweiten Weltkrieg konnte der Landtag am 3. Juni 1947 in Bebenhausen seine Arbeit aufnehmen. Alle 118 Plenarsitzungen fanden im Winterrefektorium des einstigen Klosters statt, da er der einzig beheizbare große Raum war. Der Landtag war zunächst für vier Jahre gewählt. Sein Mandat wurde jedoch um knapp ein Jahr verlängert, da sich bereits der Zusammenschluss der drei südwestdeutschen Gebiete zum Bundesland Baden-Württemberg abzeichnete.

118 Plenarsitzungen fanden in Bebenhausen statt.

Zelle im Dormitorium von Kloster und Schloss Bebenhausen; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Ortsverwaltung Bebenhausen

Abgeordnete übernachteten in Mönchszellen.

Abgeordnete im Dormitorium

Der Grüne Saal in Schloss Bebenhausen war Aufenthaltsraum der Abgeordneten, der Blaue Saal wurde meist für offizielle Veranstaltungen genutzt. Landtagspräsident und Verwaltung saßen im königlichen Frühstückszimmer und im Lesezimmer. Als Fraktionsräume fungierten die Gästezimmer und das Appartement des Königs. Da die Sitzungen immer wieder bis in die späten Abendstunden gingen, übernachtete ein Großteil der Abgeordneten in den Mönchszellen des ehemaligen Dormitoriums.

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