Einmaliges Ensemble in idyllischer Lage

Kloster und Schloss Bebenhausen

EIN PRIVILEG DES ADELS

BEBENHAUSEN UND DIE JAGD

Seit dem Mittelalter kam der Jagd innerhalb der höfischen Repräsentation ein hoher Stellenwert zu. Sie diente nicht mehr ausschließlich der Ernährung. Der Schönbuch südwestlich von Stuttgart war für die Herrscher Württembergs ein beliebtes Jagdrevier mit Bebenhausen als Zentrum.

Jagdtrophäe aus Schloss Bebenhausen; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Schlossverwaltung Bebenhausen

Jagdtrophäe aus Bebenhausen.

Nahrung, Schutz und Zeitvertreib

Mit der Jagd sicherten die modernen Menschen ihr Überleben. Erst deutlich später begannen sie mit Ackerbau und Viehzucht. Bis ins Mittelalter hinein wurde die Jagd immer mehr zum Privileg des Adels. Sie diente nun nicht mehr zur Beschaffung von Fleisch, sondern vor allem zum Schutz der Felder und Zuchttiere vor Wildtieren. Im 18. Jahrhundert erreichte die höfische Jagdkultur als Zeitvertreib der aristokratischen Gesellschaft ihren Höhepunkt. 

Kloster Bebenhausen zwischen Klausur und Schloss; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Steffen Hauswirth

Wohnsitz zahlreicher württembergischer Herrscher während der Jagd.

Zum Jagen im Schönbuch

Die Wälder des Schönbuchs waren seit langem ein beliebtes Jagdrevier der württembergischen Herrscher. Ab 1342 wohnten die Grafen von Württemberg während ihrer Jagden oft im Kloster. Während des Dreißigjährigen Krieges war das Wild in der Gegend um Bebenhausen fast vollständig ausgerottet. Erst im 18. Jahrhundert erlaubte der Bestand wieder ausgedehnte Jagden. Unter König Friedrich I. von Württemberg entwickelte sich Bebenhausen zum Mittelpunkt großer Hofjagden und das ehemalige Abtshaus wurde ab 1807 als Jagdschloss ausgebaut.

Bei einer eingestellten Jagd wurde das lebend gefangene Wild in einen abgesteckten Bereich getrieben und konnte von einem Jagdstand aus ohne viel Mühe abgeschossen werden.

Das Dianenfest als Geburtstagsfeier

Die prunkvollste Hofjagd fand am 9. November 1812 mit dem sogenannten „Dianenfest“ statt. Sie bildete den Höhepunkt der mehrtägigen Feierlichkeiten anlässlich des 58. Geburtstages von König Friedrich. Dafür wurden auf einer Wiese südlich der Klosteranlage provisorische Festarchitekturen im klassizistischen Stil nach Entwürfen des Hofbaumeisters Nikolaus Thouret errichtet. Lediglich zwei Stunden benötigten König Friedrich und sein Gefolge, um die 823 Wildtiere zu erlegen, die ihnen vor die Flinte getrieben wurden. 

König Wilhelm und Königin Charlotte von Württemberg; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Urheber unbekannt.

Das württembergische Königspaar in Bebenhausen, Foto um 1915.

Sportliche Unterhaltung

König Wilhelm II. von Württemberg und seine Ehefrau, Königin Charlotte, kamen häufig nach Bebenhausen. Beide liebten den Aufenthalt im Freien: Mit Reiten, Jagen und Wandern gestalteten sie ihren Aufenthalt in Bebenhausen. Auch wenn die königliche Gesellschaft nicht auf die Jagd zur Nahrungsbeschaffung angewiesen war, stand Wildfleisch oft auf dem Speiseplan.