Brunnenhaus im Kloster Bebenhausen

Bedeutendes Baudenkmal

Stilgeschichte

Kloster Bebenhausen vereint Elemente der Romanik und der frühen Gotik, geprägt von zisterziensischer Schlichtheit. Glanzleistungen gotischer Architektur kommen im 14. und 15. Jahrhundert dazu. Im 19. Jahrhundert erkannten die ersten Denkmalpfleger die Bedeutung der Anlage.

Kirche von Kloster Bebenhausen

Strenge Zurückhaltung bei den Zisterziensern.

Romanik und Schlichtheit der Zisterzienser

Als die Zisterzienser 1190 die Abtei Bebenhausen von den Prämonstratensern übernahmen, waren die Fundamente für die Kirche und die wichtigsten Bauten gelegt. Was in den Jahren um 1200 entstand, zeigt, ganz typisch für die Architektur der Zisterzienser, strenge Zurückhaltung im figürlichen Schmuck. In Kapitelsaal, Parlatorium und Bruderhalle lassen sich deutlich die ersten Anzeichen der frühgotischen Zisterzienserbaukunst aus Burgund und Nordfrankreich erkennen. 

Sommerrefektorium im Kloster Bebenhausen

Glanzvoller Höhepunkt der Baukunst.

Gotik

Besonders die Gewölbeformen in diesen Versammlungsräumen der Mönche im Ostflügel des Kreuzgangs zeigen deutlich die frühgotischen Formen. Ihren glanzvollen Höhepunkt erreicht die Kunst der Zisterzienserbaumeister mit dem um 1335 erbauten Sommerrefektorium. Mit seinen schlanken Mittelsäulen und den Gewölbefächern gehört es zu den schönsten gotischen Innenräumen in Süddeutschland. 

Vierungsturm von Kloster Bebenhausen

Der Reichtum der Abtei führt zu großen Bauten.

Zur Schau gestellter Reichtum

Im 15. Jahrhundert ist das Kloster so reich, dass ehrgeizige Bauten der späten Gotik entstehen: etwa der Kreuzgang mit seinen imposanten Gewölben. Die abwechslungsreichen Schlusssteine lassen eine Abhängigkeit von oberrheinischen Bildhauerarbeiten erkennen. Berühmt ist der mächtige, weithin sichtbare steinerne Dachreiter über der Vierung der Klosterkirche. Für ein Zisterzienserkloster war die Errichtung ein Wagnis, da die Ordensregel nur ein schlichtes Türmchen aus Holz zuließ. 

Wertschätzung im 19. Jahrhundert

Schon früh wurden die ersten Denkmalpfleger auf den Wert von Bebenhausen aufmerksam. Zur gleichen Zeit richteten sich die Könige von Württemberg im Kloster ihr Jagdschloss ein. Dadurch entstand ein herausragendes Ensemble von Wohnräumen im Stil des Historismus. Typisch für die Zeit wurden viele originale Stücke sensibel mit Neuanfertigungen des 19. Jahrhunderts verbunden. Im Kloster selbst ließ man Wandmalereien und – zurückhaltend – auch die Ausstattung etwa im Sommerrefektorium ergänzen.

Sommerrefektorium im Kloster und Schloss Bebenhausen, Aufnahme um 1930
Blauer Saal im Schloss Bebenhausen, Aufnahme um 1926

Ein Stilmix aus verschiedenen Zeiten.

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