Kloster und Schloss Bebenhausen, Jagdtrophäe

Vorzeigeobjekte und StatussymbolJagdtrophäen im Schloss

Geweihe, Elchschaufeln und Gewehre schmücken die herrschaftlichen Zimmer in Schloss Bebenhausen. Königin Charlotte und ihr Mann Wilhelm II. von Württemberg verband eine innige Leidenschaft zur Jagd. Mit den Jagdtrophäen dieses gemeinsamen Zeitvertreibes dekorierte das Königspaar ihre Salons.

Kloster und Schloss Bebenhausen, Außenaufnahme aus der Ferne

Der Bebenhausen umgebene Schönbuch zog Generationen an Königen zur Jagd an.

Freizeitanlage des königlichen Jagdvergnügens

König Friedrich I. von Württemberg hatte sich 1807 das ehemalige Abtshaus des Klosters zu einem Jagdschloss umbauen lassen. Bis in das frühe 20. Jahrhundert nutzten seine Nachfolger Schloss Bebenhausen als privaten Rückzugsort vom Stuttgarter Hof und zur Jagd im umliegenden Schönbuch. Jagden waren damals Privileg und Leidenschaft des Adels – was besonders das letzte Württembergische Königspaar, Charlotte und Wilhelm II., zusammenschweißte. Als letzte Bewohner des Schlosses (sie lebten nach der Abdankung hier) beherbergt Bebenhausen zahlreiche Zeugnisse der „mörderischen Tierliebe“ des Paares.  

Repräsentation und Ausstellung

Jagdtrophäen, passende Jagdgeräte und Waffen schmücken die Wände des Blauen Salons. Die Jagdtrophäen mit reich ornamentierten, geschnitzten Schilden stammen aus verschiedenen Jahren und tragen Datierungen zwischen 1598 und 1639 – sie sind alte Sammlerstücke der Königsdynastie und Statussymbole. Im Roten Salon sind viele Teile der Ausstattung aus Geweihteilen gefertigt, beispielsweise Geweihlüster, Rauchtisch aus Geweihteilen und Elchschaufeln mit Jagdgewehr als Fußteil. Auch das Gemälde von Carl von Häberlin verweist auf Jagdveranstaltungen, einem Privileg des Adels.

Blauer Saal im Kloster und Schloss Bebenhausen
Kloster und Schloss Bebenhausen, roteSaal
Kloster und Schloss Bebenhausen, Detail blauer Salon

Im 18. Jahrhundert erreichte die höfische Jagdkultur als Zeitvertreib der aristokratischen Gesellschaft ihren Höhepunkt..

Kloster und Schloss Bebenhausen, Empfangszimmer, Detail

Seit dem Mittelalter ist die Jagd wichtig für die höfische Repräsentation.

Schon damals kein Männersport!

Wie ihr Mann war Königin Charlotte eine passionierte Jägerin. Ihr Talent und ihre Erfolge in diesem Sport präsentierte sie stolz in den Bebenhausenern Gemächern. Die Wände sind mit Hauern von Keilern und Geweihen geschmückt. Etliche Trophäen tragen ihr Monogramm: „C“ unter einer Krone. Sogar aus Schloss Solitude ließ sie eigens erlegte Wildschweine in das Schönbuch überführen. Damit eiferte sie großen Königinnen der Geschichte nach, zum Beispiel der englischen Königin Elizabeth I. Auch sie beanspruchte den Sport der Männer für sich.

Kloster und Schloss Bebenhausen, Innenansicht, Hirschgang

Die vielen Jagdtrophäen gaben dem „Hirschgang“ seinen Namen.

Jagdtrophäen auf Schritt und Tritt

Jagdtrophäen begegnen den Gästen im Schloss noch heute auf Schritt und Tritt. So verbindet die herrschaftlichen Privatzimmer ein aus der Mitte des 16. Jahrhunderts erhaltener Korridor mit 16 Damhirschgeweihen: der Hirschgang. Nicht nur die ungemeine und traditionsvolle Leidenschaft des Württembergischen Geschlechts zur Jagd kommt hier zum Ausdruck, sondern auch die Leidenschaft und Liebe zum Sammeln und Präsentieren der kostbaren Objekte.

Kloster und Schloss Bebenhausen, Gemälde des Dianenfests

823 Wildtiere in lediglich zwei Stunden.

Leidenschaft der Vorfahren geerbt

Die wohl Prunkvollste Jagd veranstaltete ein Vorfahre Wilhelms: „Immer denkwürdig für jeden Jagdfreund bleibt das am 9. November 1812 zu Bebenhausen abgehaltene Festinjagen; wohl das größte deutsche Dianenfest neuerer Zeit“ – so berichtet Karl Friedrich Baur in der Forststatistik der deutschen Bundesstaaten noch 30 Jahre später. Anlass für die Jagd war der Geburtstag Friedrichs I., König von Württemberg. Im Vorfeld wurden keine Mühen gescheut: Imposant waren insbesondere „die schönen, wie durch Zauberei in wenigen Tagen errichteten griechischen Gebäude in den Wäldern und Fluren“.

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