Einmaliges Ensemble in idyllischer Lage

Kloster und Schloss Bebenhausen

Detail Tafelreliquiar, gestiftet von Abt Peter von Gomaringen im Kloster und Schloss Bebenhausen; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Stephan Kohls
Er folgte der Familientradition

Peter von Gomaringen

Abt Peter von Gomaringen stammte aus der näheren Umgebung. Seine Familie, die Herren von Gomaringen, brachte zahlreiche Geistliche hervor. Das Kloster verdankt ihm den berühmten Vierungsturm und den Dachreiter des Sommerrefektoriums – beides Verstöße gegen die Ordensregeln.

Stifterbild Peter von Gomaringen im Chor der Klosterkirche; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Stephan Kohls

Gleich drei Familienmitglieder wurden Äbte.

Was verbindet Abt Peter mit Bebenhausen?

Abt in Bebenhausen – das war für seine Familie eine Position, die man gleich dreimal besetzte. Direkt vor ihm war sein älterer Bruder, Werner von Gomaringen, zunächst als Prior und spätestens ab 1356 als Abt in Bebenhausen – über vierzig Jahre lang. Nach Peter von Gomaringens Amtszeit (1393–1412) übernahm mit Heinrich von Hailfingen dann ein weiterer enger Verwandter der Familie die Leitung der Zisterzienserabtei.

Was verdankt Bebenhausen den Herren von Gomaringen?

Die Amtszeit von Abt Werner bedeutete für das Kloster den Beginn des wirtschaftlichen Erfolgs. Er konzentrierte den Grundbesitz von Bebenhausen und sein jüngerer Bruder Peter setzte, als 19. Abt von Bebenhausen, den Weg fort. Entlegene Ländereien, die für die Abtei schwer zu bewirtschaften waren, verkauften sie, um mit dem Erlös passender gelegene zu kaufen. Am Ende wirtschaftete und herrschte das Kloster in einem nahezu geschlossenen Territorium.

Vierungsturm von Kloster Bebenhausen; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Das Wahrzeichen des Klosters.

Welche Spuren von Abt Peter gibt es noch heute?

Der weithin sichtbare Vierungsturm der Klosterkirche ist das Wahrzeichen von Bebenhausen. Abt Peter war der Bauherr. Auf einem Fresko im Chor der Klosterkirche ließ er sich darstellen als der, der den Turm der Muttergottes präsentiert. Allerdings – nach den Zisterzienserregeln waren steinerne Kirchtürme verboten. Abt Peter setzte sich gleich zweimal über diese Regel hinweg: Er gab auch dem Sommerrefektorium einen Dachreiter. Im Kapitelsaal erinnert eine Grabplatte an diesen stolzen Abt.