Einmaliges Ensemble in idyllischer Lage

Kloster und Schloss Bebenhausen

Schreibutensilien im Appartement der Königin Charlotte im Schloss Bebenhausen; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Rose Hajdu
Wohnung der letzten Königin Württembergs

Das Appartement der

Königin Charlotte

Die Zimmer über dem heutigen Grünen Saal wurden 1915 und 1916 für Königin Charlotte umgebaut und modernisiert. Sie bewohnte diese Räume bis zu ihrem Tod im Jahr 1946. Zuvor hatte hier König Karl I. seine Privaträume.

Fühstückszimmer im Schloss Bebenhausen; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Praktische Umbauten in Bebenhausen.

Grossbürgerliche Wohnung

König Wilhelm II. und seine zweite Ehefrau, Charlotte von Schaumburg-Lippe, waren leidenschaftliche Jäger und hielten sich oft im Schönbuch auf. Das Königspaar schätzte den Komfort, den der technische Fortschritt möglich gemacht hatte. Daher ließen sie in Schloss Bebenhausen viele praktische Umbauten vornehmen. Die Raumaufteilung änderte sich im Appartement der Monarchin, das nun aus einem Vor-, Schlaf- und Ankleidezimmer, einem Bad, einem geräumigen Salon und einem Musikzimmer bestand.

Die Königin Charlotte in schlichtem Gewand am Fenster stehend, um 1920 im Schloss Bebenhausen; Scan: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Urheber unbekannt#

Die Königin war eine leidenschaftliche Jägerin.

Stolze Jägerin

Im Vorzimmer, das zum einen in das Schlafzimmer der Königin und zum anderen in ihren Salon führt, präsentiert sich Charlotte als erfolgreiche Jägerin. Die Wände sind ringsum mit Trophäen von Hirsch- und Wildschweinjagden der Jahre 1899 bis 1917 geschmückt. Etliche tragen ihr Monogramm: C unter einer Krone. Wie in allen Räumen des Appartements überziehen Stofftapeten in dezenten Jugendstilmustern die Wände.

Der Salon der Königin im Schloss Bebenhausen; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Blick in den königlichen Salon.

Erinnerung an die alte Heimat

Auch im Salon der Königin mischen sich, ganz typisch für den Historismus, originale Stücke und neue Schöpfungen. Wandvertäfelung und Möbel stammen aus der Zeit der Renaissance; dazu kommen sechs niederländische Gemälde des 17. und 18. Jahrhunderts. Die Deckenvertäfelung entstand im Zuge der Schlossmodernisierung im späten 19. Jahrhundert. In einer Nische der Westwand zeigt ein Wandbild von Julius Mössel die Ansicht von Schloss Nachod in Böhmen. Dort verbrachte Charlotte von Schaumburg-Lippe ihre Kindheit und Jugend.

Moderne Lösungen

Wie „bürgerlich“ die Lebenshaltung des württembergischen Königspaares am Beginn des 20. Jahrhunderts geworden war, zeigt sich in den Privaträumen der Königin. Ihr Ankleidezimmer von gediegener, aber funktionaler Eleganz unterscheidet sich nicht vom Wohnstandard eines reichen, großbürgerlichen Haushaltes an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Doch zugleich entsprach es mit seinen schlichten Jugendstilformen der neusten Mode. So mag das Königspaar zwar oft als dem Volke nahestehend empfunden worden sein, dennoch waren sie sich ihres Standes bewusst und lebten entsprechend.

Das Ankleidezimmer der Königin im Schloss Bebenhausen; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Stephan Kohls
Das Badezimmer der Königin im Schloss Bebenhausen; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Stephan Kohls

Das württembergische Königspaar bevorzugte in ihrem privaten Bereich ein hohes Maß an modernem Wohnkomfort.

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