Einmaliges Ensemble in idyllischer Lage

Kloster und Schloss Bebenhausen

Der heilige Bernhard von Clairvaux, Schlussstein im Kreuzgang von Kloster Maulbronn; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer
ASKESE UND HANDARBEIT: REFORMEN AUS CÎTEAUX

DIE ZISTERZIENSER

Die Zisterzienser sind der Reformorden schlechthin: Gegründet als Gegenmodell zum verweltlichten Leben der Benediktiner. – Entwickelten sie sich, durch Weltabgeschiedenheit und eine einfache Lebensweise, innerhalb weniger Jahrzehnte zum führenden Orden der katholischen Kirche.

Detail eines Kachelofens im Kloster Salem; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Ortsverwaltung Salem

Die Zisterzienser waren Selbstversorger.

ZURÜCK ZU DEN WURZELN

Mit dem Ziel, sich wieder an die ursprünglichen Ordensregeln des Benedikt von Nursia zu halten, gründete eine Gruppe von Mönchen 1098 das Kloster Cîteaux. Die Ordensgemeinschaft befürwortete strenge Askese und wollte nicht von den Einnahmen aus Verpachtungen an Bauern leben. Stattdessen betrieben die Mönche selbst ihre Landwirtschaft. Als Bernhard von Clairvaux 1113 dem Kloster beitrat, begann der enorme Aufschwung des Ordens. Durch seine Predigten und sein Wirken gilt er als Gründer des Ordens.

Kapitelsaal in Kloster Bebenhausen; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Im Kapitelsaal fanden täglich Lesungen statt.

LITANEI UND LANDWIRTSCHAFT

Der Tagesablauf der Zisterzienser war streng geregelt. Um 5 Uhr im Morgengrauen begann der Tag mit einer Lobpreisung. Über den Tag verteilt bestimmten weitere Gebete und Lesungen im Kapitelsaal das Leben. Vormittags und nachmittags waren mehrere Stunden zur Arbeit auf den Feldern bestimmt. Durch die schnell steigende Mitgliederzahl konnten die Mönche ihr Land bald nicht mehr selbst bewirtschaften. Laienbrüder übernahmen die Versorgung von Vieh und Feldern.

Luftaufnahme von Kloster Heiligkreuztal; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Sven Grenzemann

Wirtschafts- und Verwaltungsgebäude rund um die Klosteranlage.

JAHRHUNDERTE DER BLÜTE

Der Orden hatte sich um 1300 bereits in ganz Europa ausgebreitet und zählte etwa 700 Niederlassungen. Auch der weibliche Zweig des Ordens wuchs schnell. Besonders die organisierte Landwirtschaft und die Viehzucht, machten aus den in Armut und Abgeschiedenheit lebenden Mönchen wichtige Wirtschafts- und Handelskräfte. Die Zisterzienser hatten großen Anteil am ökonomischen Aufschwung des Mittelalters. Auch im 17. und 18. Jahrhundert erlebte der Orden noch einmal eine wirtschaftliche Blüte.

Zisterzienser bauen eine Klosterkirche; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Zisterzienser bauen eine Klosterkirche.

GEBAUTER GLAUBE: ZISTERZIENSERARCHITEKTUR

Bernhard von Clairvaux reformierte auch die Architektur der Klöster: Nach dem sogenannten Bernhardinischen Plan errichtete man die Klosterkirchen schlicht und ohne Turm. Besonders wichtig war der völlige Verzicht auf bauplastischen Schmuck und Malereien. Die Reduzierung der Ausstattung, in Kombination mit der monumentalen Größe der Kirchen, übt auch heute noch eine starke Raumwirkung auf den Betrachter aus. Mit den Zisterziensern verbreitete sich die gotische Architektur in ganz Europa.

Kloster Schöntal; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Dieter Jaeger
Luftaufnahme von Kloster und Schloss Salem; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Steffen Hauswirth
Luftaufnahme von Kloster Heiligkreuztal; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Sven Grenzemann
Kloster Maulbronn; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Eberhard Spaeth
Luftaufnahme von Kloster Bebenhausen; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Achim Mende

Unsere Zisterzienserklöster: Kloster Schöntal, Kloster und Schloss Salem, Kloster Heiligkreuztal, Kloster Maulbronn, Kloster und Schloss Bebenhausen.

TIPP

Spannende Themen rund um Reformation und Gegenreformation bietet die Themenwelt „Über Kreuz“: Welchen Einfluss Religion auf das tägliche Leben hatte und wie der neue Glaube Bildung und Wissenschaft veränderte, werden ebenso beleuchtet wie die frühneuzeitliche Küche mit Rezepten zum Nachkochen. Tauchen Sie ein in das Zeitalter von Martin Luther und entdecken Sie faszinierende Menschen und Geschichten!

Über Kreuz
TIPP

Die Dauerausstellung "Ora et Labora" in Kloster und Schloss Bebenhausen wurde mit der Unterstützung der Staatlichen Toto Lotto GmbH Baden-Württemberg realisiert. Sehen Sie sich auch die anderen Projekte an, an denen Toto Lotto beteiligt war: 

Mit Lottogeldern geförderte Projekte