Einmaliges Ensemble in idyllischer Lage

Kloster und Schloss Bebenhausen

Kloster Bebenhausen in der Landschaft des Schönbuchs; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Günther Bayerl
Anbau und Handel

Landwirtschaft

bei den Mönchen

Die Landwirtschaft spielte im Alltag der Bebenhäuser Mönche eine wichtige Rolle und trug dazu bei, dass das Kloster zu einem der reichsten in Süddeutschland wurde. Gemäß ihren Statuten betrieben die Zisterzienser ihre Landwirtschaft selbst – unterstützt von Laienbrüdern.

Getreidefeld; Foto: Pixabay, gemeinfrei

Die Besitzungen ernährten das Kloster.

Eigenwirtschaft der Mönche

Bis ins 14. Jahrhundert hinein war es bei den Zisterziensern üblich, ihre Ländereien in Eigenwirtschaft zu betreiben. Dabei ließen sich die Mönche von Laienbrüdern, so genannten Konversen, unterstützen. In den Ordensstatuten der Zisterzienser von 1199 heißt es: „Die Mönche unseres Ordens müssen von ihrer Hände Arbeit leben. Zur Bewirtschaftung unserer Besitzungen legen wir Höfe an, die von den Laienbrüdern verwaltet werden.“ Der Fokus lag dabei auf Ackerbau, Viehzucht und Weinanbau.

Die frühere Klostermühle; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Noch heute existieren einige der ehemaligen Wirtschaftsgebäude.

Gleiche Regeln, weniger Rechte

Nicht nur Mönche lebten im Zisterzienserkloster, sie befanden sich sogar oft in der Minderzahl. Auch die Konversen, die bei der Landarbeit helfen sollten, hatten im Kloster ihren festen Platz und wurden in die Gemeinschaft der Mönche mit einbezogen. Sie lebten nach denselben Regeln wie die Zisterzienser, hatten allerdings weniger Rechte. Zum Beispiel hatten sie weniger Feiertage als die Mönche. Außerdem konnten sie nicht lesen und schreiben und sollten keine Bücher haben.

Karte des Grundbesitzes von Kloster Bebenhausen mit Grangien; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Stephan Kohls

Grangien steigerten den Ertrag.

Wirtschaftlicher Erfolg

Mit der Einführung des Weinbaus und der Gründung von Wirtschaftshöfen – so genannten Grangien – prägte Kloster Bebenhausen die Entwicklung der Landschaft im Schönbuch. Die effektive Produktionsweise der Zisterzienser sorgte bald für Überschüsse, die in den Städten weiter verkauft wurden. Gleichzeitig tauschten die Mönche in ihren Stadthöfen Waren ein, die sie nicht selbst herstellen konnten. So konnten die Mönche auch außerhalb des Klosters Handel betreiben – und für Wohlstand sorgen.

Der Vierungsturm von Kloster Bebenhausen; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Günther Bayerl

An vielen Stellen ist der ehemalige Reichtum noch sichtbar.

Umbruch im Mittelalter

Im späten Mittelalter nahm die Zahl der Laienmönche immer mehr ab. Doch die brauchte ein Kloster wie Bebenhausen zur Bewirtschaftung seines Grundbesitzes. Daher ersetzte man die Laienbrüder zunehmend durch Bauern, denen das Land gegen Abgaben und Fronleistungen verpachtet wurde. Gleichzeitig erwarb das Kloster Herrschafts- und Gerichtsrechte über ganze Dörfer und kaufte umliegende Kirchen und Kapellen. Durch die so erzielten Gewinne wurde das Kloster schließlich zu einem der reichsten in Baden und Württemberg.

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